nuschelnde Griechen, Kino und Erkältung

Am Freitag war es so weit. Der Tag der Wahrheit. Die ersten 3 Stunden unseres Lebens bei M. Tsiklitiras, dem Grichen, der uns etwas über die Europäischen Institutionen erzählen soll. Wir betreten den Raum und er sitzt bereits drin - und es geht direkt los: er stellt ne Frage und man versteht kaum, was er will.. Nur das "allemand" konnte man erkennen und wir nicken eifrig. Und so geht es weiter. Zum Glück sitzen auch noch Leute aus "Droit" und einige andere Austauschstudenten sowie unsere 3 Französinnen mit im Kurs. M. Le Grec, wie wir ihn unter uns getauft haben, weil niemand seinen Namen aussprechen kann, will von den Jura-Leuten wissen, wo der Rest bleibt - und keiner von uns Deutschen versteht ihn. Wir gucken verwirrt unsere Französinnen an und sind erleichtert - auch die verziehen alle das Gesicht und erklären uns, dass sie nicht die geringste Ahnung haben, was er da gerade gefragt hat. Im dritten Anlauf schafft er es, verständlich zu machen, was er will und bekommt von den Jura-Leuten die entsprechende Antwort.

Ansonsten ist der gute Herr ein wirklich netter Mann, der sich bestimmt tausendmal erkundigt hat, ob wir ihn verstehen und sich sobald er wusste, dass Deutsche dazwischensitzen wirklich Mühe gegeben hat, langsamer zu sprechen und seine Sätze nochmal zu wiederholen. Außerdem gehört er zu der in Frankreich seltenen Sorte, der es gut mit den Studenten meint und uns nach jeweils einer Stunde der 3 Stunden 10 Minuten Pause gönnt.  Lustig wird es nur dann, wenn er sich in Rage redet, weil er sich so über das freut, was er da gerade erzählt - dann wird er schneller, rollte alle R's ganz furchtbar und fängt an zu nuscheln, man hört fast nur noch "rrrr" und "schschhsch" und hat das Gefühl, mit einem sehr betrunkenen Franzosen zu sprechen. Was ihn aber nicht weniger sympatisch macht.

Gestern gegen 18.00 haben wir uns dann mit Margot und Fanette getroffen, um gemeinsam ins Kino zu gehen. "Be Happy", so der französische Titel, wurde im Kino, das viele Independent-Filme zeigt, im englischen Original mit französischen Untertiteln gezeigt. Ziemlich lustig für uns: der Originaltitel ist "Happy go lucky", aber das war für die Franzosen wohl zu schwer, daher in Frankreich also "Be Happy". Der Film war ziemlich unterhaltsam und wir haben hinterher nicht übel über einige Stellen gelacht, als wir mit Margot noch ein paar Cafés/Kneipen in der Stadt erkundet haben. Gegen 23.00 hatte sie dann noch ne Verabredung und hat uns allein gelassen. Wir sind dann noch in den Irish Pub ("Mulligan's", sprich "Mülligans" und oder "Mouligans"... :-D ) gegangen, bevor wir um halb 1 mit der letzten Tram in Richtung Uni zurückgefahren sind. Dann gings auch direkt ins Bett, weil ich schon merkte, dass ne Erkältung im Anmarsch war.

 Heute hab ich dann erstmal bis halb 11 ausgeschlafen, um von 12 bis 18 Uhr Übersetzung, Tandem-Tagebuch und ähnlichen Kram zu erledigen - krass, wie viel Zeit hier schon die normalen "Hausaufgaben" in Anspruch nehmen - das wird noch spaßig.

Den Rest des Tages werd ich nun tee-trinkend und im Bett verbringen, noch ein bisschen Lesen, vielleicht kurz zu Hause anrufen (Mama und Papa müssten heute aus dem Urlaub wiedergekommen sein) und dann relativ früh schlafen, in der Hoffnung, dass ich morgen die Erkältung soweit wieder los bin. 

Morgen geht dann auch der berüchtigte Französisch-Kurs los und Dienstag und Mittwoch beginnen die Sportkurse, Donnerstag dann noch Spanisch und dann ist meine Alltags-Woche komplett und ich kann mich wirklich an den Alltagstrott gewöhnen

 

14.9.08 19:25
 

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