Alltag

So langsam verfliegt das Urlaubsfeeling und es wird ernst... Obwohl der Großteil der Veranstaltungen ja CMs sind, gibt es allein durch die beiden Übersetzungskurse so viele "Hausaufgaben", wie in Paderborn sonst so im Laufe einer Woche zusammen kommt - plus die Notwendigkeit, für einige Kurse noch nachzubereiten/ zu lernen, was in der letzten Sitzung so an Neuem dazukam...

 Gestern war's grandioserweise erstmal so, dass wir um 10 Uhr Übersetzung Englisch-Französisch/ Französisch-Englisch gehabt hätten, also um 8 aufstehen, um dann um kurz nach 10 per Aushang zu erfahren, dass der Kurs auf 16-19 Uhr verlegt worden ist, nachdem wir erstmal brav in dem Raum gewartet hatten, weil wir von nichts wussten.

 Also Freizeit nutzen und ab in die Stadt, noch ein paar Kleinigkeiten wie längliche Briefumschläge für die Inscription pédagogique kaufen, zurück, in die Mensa und dann um 2 wieder in Richtung Uni. Der Geschichtskurs fand dann erstaunlicherweise auch tatsächlich planmäßig statt, der Dozent hatte aber leider die Angewohnheit, seinen Vortrag immer wieder zu unterbrechen und Anmerkungen zu Dingen zu machen, die ihm gerade in den Kopf kamen -  und das in nem unglaublichen Tempo. Also der absolute Horror zum Mitschreiben....

Direkt im Anschluss gings dann zu 3 Stunden Übersetzung, immerhin ist der Dozent richtig jung, nett undsich  vor allem im Gegensatz zu vielen anderen Dozenten auch nicht zu schade dafür, mal nen dummen Witz zu machen. Somit waren die 3 Stunden (zum Glück war er so freundlich, uns 10 Minuten Pause zu gönnen) einigermaßen erträglich.

Als wir dann um 19.00 fertig waren, sind wir alle nur noch kollektiv in unsere Zimmer gefallen, Lisa, Katha, Jessi und ich haben uns danach noch bei Jessi in der Küche getroffen, um kurz was zu essen und nen Rest Wein von Lisa zu trinken und dann bin ich auch so gut wie ins Bett gefallen, während Jessi und Lisa noch in die Stadt wollten, weil wir ja heute nur von 15-18 Uhr Uni haben (3 Stunden am Stück zu den Europäischen Institutionen - bei nem GRIECHEN, der nen sehr ausgeprägten Akzent haben soll... Das wird auch n Spaß beim Mitschreiben.. ;-) )

Immerhin gibts eine gute Neuigkeit, nämlich dass der Französisch-Sprachkurs nun doch zu der geplanten Zeit montags stattfindet und unsere Sportkurse daher ungefährdet sind

 Was wir am Wochenende machen werden, steht noch nicht so ganz fest, der erst anvisierte Ausflug ist erstmal auf unbestimmte Zeit verschoben, aber wir werden schon ne Beschäftigung finden (zur Rentrée soll es dieses Wochenende Kino für 3 Euro zu geben, es gibt irgend eine Messe zu Mexiko und Pubs und so gibt's ja auch noch)

Schönes Wochenende

12.9.08 11:39


Laissez-faire, Tandem und Monsieur Duval

Am Montag ging es erstmal direkt mit unserem absoluten Horror los: 1 Stunde CM (Cours Magistral - also Vorlesung) und dann eine Stunde TD (Travaux dirigés, Seminar/Übung) zu DEM Buch (Voyage au bout de la nuit. 500 klein gedruckte Seiten voller Ekligkeiten). Wie sich dann rausstellte, haben wir diese beiden Kurse allerdings nur die ersten 6 der 12 Wochen des Semesters und müssen auch "nur" eine Art Hausarbeit (Commentaire composé, die Franzosen verzogen alle das Gesicht und zuckten zusammen, als sie das Wort nur hörten, muss also in viel Arbeit ausarten) abgeben, also schonmal kein hektisches Mitschreiben während des CMs (die Franzosen haben ja die Gewohnheit, alles was der Dozent sagt, so Wort für Wort in einem Aufsatz zu notieren, den sie dann später auswendig lernen. Sehr sinnvoll... ;-) ). Geil war, dass als "Option" für die, die nichts schriftliches machen wollen, auch ein Referat möglich gewesen wäre, das aus tausend Unterpunkten bestehen sollte, zu denen u.a. das (möglichst auswendige!) Zitieren der betroffenen Textstelle (ca. 1-2 Seiten in dem klein gedruckten Buch, also ca 2-4 Seiten in normaler Schriftgröße) angeboten wurde. Komisch, dass niemand von uns das wollte... :-D

Danach hätte eigentlich ein Französisch-Kurs für uns (die Deutschen) stattfinden sollen, mit Grammatik, Landeskunde und so weiter, der Herr, der den Kurs geben sollte, gibt aber dieses Jahr gar keine Kurse, was uns natürlich keiner mitgeteilt hatte. Also standen wir erstmal 20 Minuten brav vor dem Raum und haben gewartet... Nun steht bis jetzt nur fest, dass der Kurs nicht wie geplant stattfindet, an einer Alternative für uns wird noch gebastelt, wann das dann losgeht, konnte noch niemand sagen - laissez-faire.. Dass das für uns etwas blöd werden könnte, weil wir am Montag schon unsere Sportkurse (freiwillig) wählen konnten und uns dabei nach dem Stundenplan gerichtet haben, der zu dem Zeitpunkt noch aktuell war, interessiert nicht. Abwarten, was da noch kommt.

 Sollte uns der Ersatzkurs nicht in den Weg kommen, werd ich ab nächster Woche mit Katha Yoga traditionnel und mit Nadine Fitness/ Step/ FIA (Aerobic) machen - ich bin gespannt. Katha und ich verbringen bis zum Beginn des Yogakurses unsere Freizeit damit, uns lustige Namen für eventuelle Übungen auszudenken - unsere bisherigen Favoriten sind "schielendes Nilpferd" und "schlafender Flamingo". 

Gestern hatten wir dann etwas angenehmere Kurse mit einer Stunde CM Civi britannique, also englische Landeskunde (auf Englisch, in Frankreich, man höre und staune.. ), dann eine lange Pause, anschließend 2 Veranstaltungen zu Europa (Regards croisés, wo eine Spanierin, eine Deutsche und ein Franzose die Sicht "ihrer" Länder auf die EU darstellen und Enjeux et défis wo die gleichen Dozenten auf Problembereiche und Herausforderungen in Hinsicht auf die EU (wieder aus der Perspektive ihres Landes) eingehen. War gestern richtig interessant.) und schließlich noch den TD zur englischen Landeskunde, in dem wir in Buchstabenwirrwarr Wörter suchen mussten, die zur englischen Regierungsform gehören und ein Quiz gemacht haben. Hausaufgabe war das Ausfüllen einer Karte, auf der das UK mit den umliegenden Inseln zu sehen war. Hochanspruchsvoll..

Heute wurd es dann schon etwas komplizier. Um 8 (!!!) Uhr ging es für 2 Zeitstunden (apropos, die Franzosen sind bekloppt. Die kennen weder Pausen zum Raumwechseln, noch feste Uhrzeiten. Es gibt Veranstaltungen unterschiedlichster Länge - von einer über anderthalb über 2 bis hin zu 3 vollen Zeitstunden) Englisch mit den Franzosen aus dem 3. Jahr, um ein etwas angemesseneres Niveau für uns zu finden. Was wir nicht wussten - es handelt sich dabei um einen Wirtschaftskurs und wir waren direkt mittendrin in den "Business Case Studies" mit Monsieur Duval, einem eher kräftigen, kleinen Franzosen, der ein, wie Jessi es ausdrückte, SEHR körperbetontes rotes Hemd trug (O-Ton Lisa:"Mein Gott, und dann hat der sich da mit beiden Armen vor mir aufm Tisch abgestüzt und man konnte ja eh immer schon seitlich in das Hemd gucken, weil das so unter Spannung war, dass es da Löcher zwischen den Knöpfen gab, aber in dem Moment waren die Knöpfe SO unter Spannung, dass ich dachte, ich hab gleich einen davon im Gesicht..." und noch dazu seeeeehr hyperaktiv war. Beim ersten Mal einer richtigen Antwort war sein strahlendes "Oh, You're the joy of my morning!" einer Studentin gegenüber noch lustig, nach dem 5. Mal wurden die Lacher dann weniger, was ihn aber nicht davon abhielt, seine Masche weiter durchzuziehen.

Die komplette erste Reihe hatte er freigeräumt (geil war, als er einen Studenten bat, doch bitte aus der 1.Reihe in die letzte zu wechseln - sonst werden immer alle von hinten noch vorne beordert), weil er diese ständig auf und ab rannte, plötzlich mit dem Finger auf jemanden zeigte und eine Antwort haben wollte. Schön war auch, als Jost den unterschied von "to search someone" und "to search for someone" erklären sollte und bei ersterem meinte "It's when you go through someones pockets.." und Duval sich selbst exemplarisch abtastete und dann zu Jost meinte "Yeah, if you would do so" und Jost zuckte nur einmal spaßeshalber mit den Händen in Duvals Richtung und der fing in einer unglaublichen Lautstärke an zu schreien "oh no, not here, not in public, not now, it's our first meeting!".... Der arme Jost musste sich heute für den rest des Tages anhören, dass er nen Dozenten betatschen wollte.. 

Danach gab's ne Pause bis 13 Uhr, die ich u.a. genutzt habe, um meine Ec-Karte bei der Bank hier auf dem Campus abzuholen und noch ein bisschen zu lesen.

 Um 13.00 ging es dann für 2 Stunden weiter mit dem Tandem-Kurs: Ein Deutscher und ein Franzose (oder in unserem Fall 2 Deutsche, weil nicht genug Franzosen da sind) bearbeiten zusammen "Fragebögen", in der ersten Stunde nur auf Deutsch, in der zweiten Stunde nur auf Französisch, zu Gewohnheiten, landestypischen Eigenheiten etc. um jeweils die Sprache des anderen besser zu lernen. Hat richtig viel Spaß gemacht und dürfte einer der angenehmsten Kurse dieses Semester werden, auch wenn die Dozentin, eine Deutsche, etwas seltsam ist und spricht, als hätte sie ne hohe Dosis Schlaftabletten intus - aber sie wird ja eh nicht viel reden, wenn wir nur mit unseren Partnern arbeiten :-D

 Schließlich kam dann noch der absolute Hammer des Tages, 1 1/2 Stunden Übersetzung bei Madame Pallandre, die einige Jahre in Deutschland an einer Uni gelehrt hat und sehr gutes, fast komplett akzentfreies Deutsch spricht, allerdings einen richtig krassen Text ausgesucht hat (die Überschrift allein war "Der Wohlstandskiller" und im Text kamen so schöne Wörter wie "verbrämt" vor, bei denen selbst wir Deutschen nicht die geringste Ahnung hatten, was sie uns nun eigentlich sagen wollen.. aber naja.). An und für sich ist die gute Dame aber recht umgänglich und vielleicht werden die nächsten Texte ja auch etwas freundlicher, sonst graut es uns jetzt schon vor der Klausur.

 Damit war der heutige Uni-Tag dann um 16.30 auch überstanden und wir konnten zurück ins Wohnheim, wo wir heut abend zu fünft gemeinsam gekocht haben und anschließend eigentlich in einen Pub in der Nähe der Uni wollten, um Frankreich-Serbien zu gucken, aber Fehlanzeige. Der Pub hat um halb 10 zugemacht und im Salle TV im Wohnheim war Totenstille und ein unglaublicher Gestank, so dass wir spontan beschlossen haben, doch kein Fußball mehr gucken zu wollen. Haben uns dann allerdings im Flur noch ziemlich festgequatscht, so dass ich nu nur noch den Eintrag hier schreiben wollte und dann auch gleich ins Bett fallen werde, um morgen früh um 10 für 3(!!!!!) Zeitstunden Traduction (Englisch-Französisch und andersrum, also totaler Horror. Wie übersetzt man nen englischen Text ins Französische, wenn man wahrscheinlich nichtmal alle Vokabeln des englischen Texts kennt... Aber hey, wir werden sehen - oder wie Katha sagt "Ey, wir sind ERASMUS, ich nehm das alles nich so ernst..." )

 Gute Nacht zusammen

10.9.08 22:56


Phallische Steckdosen, kostenloses Wasser und ähnliche Eigenheiten

Da ich bisher noch gar nicht sooo sehr auf das Wohnheim und mein Zimmer eingegangen bin, sollt ihr nun ein bisschen erfahren, wie ich hier so "wohne".

Mein "Appartement", wie sich das Zimmer mit 9m² inkl. Dusch/WC-Kabine großzügigerweise nennt, liegt im Gebäudeteil B in der 2. Etage. Bisher habe ich meine direkten Nachbarn noch nicht kennen gelernt, was aber auch daran liegt, dass viele der Franzosen erst gestern oder heute ins Wohnheim eingezogen sind bzw. einziehen, da für die ja der Anreise-Weg nicht so lang ist und die Uni erst heute oder morgen beginnt. 

Durch mein Fenster (also auch vom Bett aus, das ist besonders abends ab Dunkelheit lohnenswert), habe ich Blick auf eine kleine Wohnsiedlung hier in der Nähe der Uni, auf ein bisschen Grün um die Gebäude hier herum und weiter entfernt auf die Stadt. 

Heute ist es leider richtig neblig, soll aber im Laufe des Tages noch besser werden - und was für nen schönen Blick ich dan z.T. habe, könnt ihr hier sehen. 

 Außerdem finden sich dort Fotos von einer unserer gemeinsamen "Salat-Sessions" (jeder bringt etwas mit und dann wird bunt zusammengewürfelt), die immer abwechselnd in den Gemeinschaftsküchen auf unseren Etagen stattfinden.

 Mein Zimmer selbst besteht aus einigen Schränken und Regalen, dem Schreibtisch und dem Bett und war ursprünglich komplett schwarz-weiß gehalten, weshalb wir alle einige Deko-Sachen mitgenomen (bzw. geschenkt bekommen,. s. über meinem Bett) haben, um etwas Farbe in das ganze zu bringen.

 Direkt hinter dem Grün hinter den Häusern hier liegt leider die Zufahrtsstraße zum nahe gelegenen Krankenhaus, weshalb man gerne auch mal morgens früh von Sirenen geweckt wird - aber was soll's, es gibt Leute, die es mit ihrem Zimmer wesentlich schlechter getroffen haben (Blick auf den Parkplatz im 1. Stock von Gebäude D/E z.B. - da kommt jeder vorbei und guckt erstmal ins Zimmer rein...).

Und auch sonst können wir hier vollauf zufrieden sein. Die ersten kleinen französischen "Eigenheiten" haben wir schon entdeckt (so betitelte der Brasi die Steckdosen hier als "phallisch", weil seine Stecker nicht rein passen (da wo bei uns nur 2 Löcher sind, gibt es bei denen noch zusätzlich eine dritte Stelle, an der der Stecker passen, nämlich ein Loch haben muss: da kommt so ein kleiner Metallstift aus der Steckdose raus) und in der Mensa sowie in einigen Restaurants gibt es zum Essen gratis Wasser dazu (das sollte es bei uns auch mal geben!).

 Gleich geht es für uns daran, uns für die Sportkurse anzumelden (eben ging das noch nicht, "problème de connection", von dem man nicht weiß, wie lange es dauern wird, um es zu beheben) und dann fängt der erste Uni-Tag an, direkt mit einer Vorlesung und einer Übung zu DEM Buch (die meisten von euch werden wissen, was ich meine.. *ekel*). Ich bin gespannt und berichte, wie's so ist, in Frankreich in der Uni zu sitzen...

 

8.9.08 09:44


Brasilianer, Franzosen mit schottischen Vorfahren und Ähnliche

Am Donnerstag war erstmal nicht viel los. Abends kamen Lisa und Katha vorbei, um mich zu fragen, ob wir zusammen kochen wollen. Gesagt, getan. Auf zu Lisas Gemeinschaftsküche in den Südflügel. Wir waren gerade dabei, zu essen, als einer der Brasilianer ("Brasis", wie Lisa so schön zu sagen pflegt) in die Küche kam und sich als Fast-Nachbar von Lisa herausstellte. Während er seine 4(!) Hotdogs, zusätzlich von ihm noch mit Salami und Käse belegt und in Ketchup ertränkt, futterte,  spielte er ein wenig den Alleinunterhalter für uns und erzählte von seinen ersten Begegnungen mit Franzosen.

Dabei kamen so lustige Statements wie "I almost killed a french girl yesterday. When I told her I was from Brazil, she said "Oh, Brazil, I think there is only Sao Paolo, Brasilia, and the rest is jungle..."" oder "French guys are homosexual. You see, they use these strange things like "ü". We don't have such gay things in Brazil. For us it's uuuuuu, really masculine, uuuuuuuuuuuuh!". Nachdem Lisa dann meinte, dass die Franzosen in Deutschland eher den Ruf guter Liebhaber als den, schwul zu sein, haben, und Katha meinte, dass das ja evtl. nur daran liegt, dass die deutschen Männer NOCH schlimmer sind, als die Franzosen, kam dann nur noch ein "Oh come on, if the german guys are worse, kill them!".

Apropos kill, kurz darauf kamen wir auf Akzente und er erklärte uns, dass er den Akzent von Bush absolut nicht versteht. Er meinte, jedes Mal wenn Bush "nuclear weapon" sagt, versteht er "new killer weapon"... Herrlich.

Gestern hatten wir dann das erste Treffen mit den 3 Französinnen, die mit uns zusammen studieren werden. Mit 2 anderen waren wir mittags dann in der Mensa und die beiden haben uns direkt für abends eingeladen, weil die sich mit ein paar Mädels, unter anderem mit 2 von unseren Französinnen, treffen wollten.

Gegen kurz nach 19.00 sind wir dann also los gelaufen und haben uns das Appartement von Anne-Sophie angeguckt, die eingeladen hatten. Unglaublich, wie riesig einem auf einmal ein normales Zimmer vorkommen kann, wenn man sich so langsam an seine 9m² gewöhnt hat...

Dort machten wir dann Bekanntschaft mit Romain, einem Franzosen, der uns erklärte, er wolle nun mal seine Englisch-Kenntnisse an uns testen. Wir dachten alle paraellel "oha" weil die Franzosen nunmal nicht dafür bekannt sind, der Aussprache des Englischen mächtig zu sein (Rugy =Rügby, James Blunt =James Blünte, etc.), aber was dann kam, schockte uns doch so richtig: Romain legte allen Ernstes in einem Englisch mit krassestem britischen Akzent los. Da war nichtmal ein Hauch von französischem Akzent zu hören. Erklärte sich dann von selbst, als er gestand, ne schottische Großmutter zu haben.

 Dieser Kerl hat jedenfalls ein unglaubliches Talent, alle möglichen Akzente zu imiteren (besonders eingeschossen hatte er sich auf Céline Dion, nachdem er erfahren hatte, dass Jessi 11 Monate in Québec gewesen war - bzw. das an ihrem Akzent erhört hat).

Damit hat er uns dann den Rest des Abends unterhalten, bevor er uns dann am Ende des Abends noch den Leib Christi hat essen lassen (er verteilte reihum Pringles und sprach dabei auf allen Sprachen, denen er mächtig war, irgendwelche katholischen Dinge... als Jessi dann sagte "ok, dann ess ich jetzt den leib christi" meinte er nur total trocken "könnte etwas alt sein..." herrlich.).

Kurzum, wir hatten ne Menge Spaß und er war noch wesentlich unterhaltsamer als alle Brasilianer zusammen bei der ersten Küchenparty (und die haben uns schon die Freude bereitet, "Zum Geburtstag viel Glück" auf deutsch zu singen, nachdem wir ihnen den Text einmal aufgeschrieben haben. Großartig, wie man manche Dinge aussprechen kann.. "Suuuuum Gebuuuaaatsaaag viel Gluuuck..." )

5.9.08 14:14


Ankunft, Nuit des chimères, Organisatorisches, Wohnheimküchenparties

Wie schon die Überschrift verrät, ist in den wenigen internet-losen Tagen schon viel passiert.
Freitag gegen 15.00 sind Nadine und ich an der Uni/am Wohnheim angekommen. Zum Glück, muss man im Nachhinein sagen, haben wir uns unterwegs um 100 km verfahren, sind dadurch aber erst eine Stunde vor "Wochenende" angekommen, wo kaum noch jemand ankam, um ein Zimmer zu bekommen - wir hatten also unsere Schlüssel nach 30 Minuten in der Hand, während andere einen Tag vorher von morgens um 10 oder 11 bis nachmittags um 15.00 angestanden haben, um die entsprechenden Formulare auszufüllen und abzugeben, Miete und Kaution zu zahlen und den Schlüssel schließlich in der Loge abzuholen.

Nadine und ich wohnen im gleichen "bâtiment" (B), jedoch jeweils im Nord- bzw. Südflügel und auf unterschiedlichen Etagen (2 und 4). Jessi, die uns direkt bei Schlüsselabholung über den Weg gelaufen war, hat uns dann freundlicherweise geholfen, unsere Sachen nach oben zu schleppen, was bei Nadine allerdings nötiger war - erstens hatte ich ja nichtmal die Hälfte meiner Sachen bei ihr im Auto, zweitens musste sie bis in den 4. Stock hoch. Und das bei glühender Hitze...(Ja, bis gestern schien hier richtig tol die Sonne und man konnte bis 23.00 im T-Shirt durch die Gegend laufen).

Abends haben wir dann nur noch jeweils grob die Zimmer angefangen zu dekorieren (in meinem Fall also nur ein paar eigene Fotos und Postkarten aufhängen, weil der Großteil meiner Sachen noch nicht da war) und haben uns dann auf in die Stadt gemacht, um dort am Place de la République einen leckeren Salat (für 5€ als "Entrée"... und der war schon riesig) zu essen und uns die Nuit des Chimères anzugcken.. Gegen 23.00 ging es dann mit der Tram zurück zur Uni und recht zeitig geschlafen, weil wir ja nachts um halb 5 schon aufgestanden waren.

Samstag sind wir erstmal mit dem Auto in Richtung Lidl & Intermarché gefahren, um uns mit einigen grundlegenden Dingen (Putzmittel, Getränke, Salz&Pfeffer, Brot, Käse, Müsli etc.) einzudecken, bevor wir dann abends nochmal mit Jessi in die Stadt gefahren sind, weil es der letzte Abend war, an dem die Nuit des Chimères noch stattgefunden hat und Jessi die noch nicht gesehen hatte.

Sonntag haben wir bei super Wetter gegen mittag einen 2stündigen Spaziergang vom Campus ab in die Felder gemacht, wo wir unterwegs leckere Brombeeren gepflückt und einem Bauern 3 Maiskolben vom Feld geklaut haben, die wir dann nachmittags gekocht haben.
Gegen abend haben Jessi und ich uns dann noch in der Stadt mit Lisa getroffen, die am Samstag mit ihren Eltern angereist war und noch bis Montag in einem Hotel auf dem Campus gewohnt hat. Da das Wetter immer noch richtig schön war, haben wir uns dann dazu entschlossen, ein Eis zu essen (merke: Chantilly ist WIRKLICH Schlagsahne, so wie ich dachte, und NICHTS Alkoholisches ), nachdem wir ein bisschen Schaufenster beguckt hatten.

Am Montag wurde ich dann gegen 6.30 nach 5 Stunden Schlaf von Katha per Handy geweckt, die gerade angekommen war und ALL mein restliches Gepäck aus Wuppertal noch mitgebracht hat - packtechnisch ein kleines Wunder, und für mich natürlich super, weil ich nun schon alles hier hab und mir keine Sorgen machen muss, ob mein Karton per Post wohl ankommt

Also habe ich Katha und ihre Mum in Empfang genommen und meine Sachen in mein Zimmer geschleppt (die Loge hatte eh noch zu, Katha konnte sich ihren Zimmerschlüssel also noch nicht abholen) und erstmal in Ruhe das Schokocroissant gefrühstückt, was die beiden mir freundlicherweise noch vom Bäcker mitgebracht hatten.
Danach konnte ich dann fertig dekorieren, alles im Zimmer (das übrigens gar nicht sooo klein ist - und ich habe eine wunderschönen Ausblick ins Grüne und über die Stadt) verstauen und einen möglichst geeigneten Platz für alles finden.

Im Laufe des Tages wurden dann Einschreibung & Bezahlung für Sport, Abholen des Studentenausweises, Beantragen von Internet usw. in Angriff genommen - und überall strahlten uns die Franzosen an, die es kaum glauben konnten, dass gerade eingetroffene Austauschstudenten so gut Französisch sprechen und schon über alles Bescheid wussten (ein Hoch auf den Leitfaden, den die höheren Jahrgänge für uns verfasst hatten ). Daher war dann auch das relativ schnell und unkompliziert erledigt.
Zwischendurch haben wir noch die Mensa an unserem Wohnheim getestet (es gibt und im März waren wir nur in der anderen Mensa - die richtig eklig war) und wurden positiv überrascht: An Paderborn kommt sie nicht ran, aber absolut unmöglich, dort zu essen, ist es auch nicht.
Dann waren Nadine und ich noch in der Stadt, um französisches Prepaid-Simkarten zu kaufen und ein Päckchen loszuschicken (in der Post zieht man Nummern - und ich hatte die 649, als ich reinkam, wurde ca. die 630 angezeigt.. Lotte, ich hoffe, du weißt zu schätzen, dass ich meine kostbare Zeit geopfert habe, um dir dein Geburtstagsgeschenk zukommen zu lassen! ).

Heute sind Nadine und ich dann zur Comptabilité, um uns eine "attestation de logement" ausstellen zu lassen, mit der wir dann brav zur Bank gedackelt sind, nachdem wir uns gestern und heute schon bei einigen Banken nach Konditionen erkundigt hatten. Wir sind nun also stolze Besitzer eines französischen Kontos und nachdem wir dann anschließend noch bei den RI (Relations Internationales, sowas wie unser Akademisches Auslandsamt) waren, um der für das Stipendium zuständigen Dame unsere Bankdaten mitzuteilen, dürfen wir nun hoffen, ab Ende des Monats unser Geld zu erhalten.
Anschließend haben wir noch den Antrag für die CAF ausgefüllt, was uns dann für die Zukunft eine Ermäßigung bei der Miete von ca. 80 oder 90€ einbringen wird, den wir morgen mittag in der Comptabilité abgeben werden. Damit sind dann zum Glück wirklich alle Formalitäten bis auf die Einschreibung für die UEL (Optionalbereich, also eine"freiwillige" Uni-Veranstaltung wie benoteter Sport, eine Fremdsprache, Theater, Musik o.ä.) und für die freiwilligen Sportkurse erledigt.

Und da der eigentlich für diese Woche vorgesehene Sprachkurs ausfällt, haben wir dann abgesehen von eienm Treffen mit Frau Stroeder (die hier für uns zuständig ist) und einem Sektempfang für alle Austauschstudenten bis Montag "frei". Dann beginnt die Uni und einen provisorischen Stundenplan haben wir schon - so wie es aussieht, haben wir nur alle 2 Wochen Freitags eine 3-stündige Veranstaltung, also Chancen auf ein langes Wochenende, denn auch montags geht es so wie der Plan bisher ist erst um 11.00 los und das auch nur für die ersten 6 der 12 Wochen des Semesters... Dafür sind Dienstag bis Donnerstag dann recht voll gepackt.

Somit werden wir wohl versuchen, die nun plötzlich vorhandene Freizeit noch durch abendliches Weggehen in die Stadt zu füllen, nachdem wir gestern Abend schon einen kleinen Rundgang durch die Gebäude veranstalteten hatten, um jeweils die Zimmer der anderen Leuten des Studienganges zu begucken und auf die Zeit hier anzustoßen - untwegs sind wir zufällig auf eine der Hildesheimer getroffen, die uns direkt eingeladen hat, noch im bâtiment A in einer Küche vorbeizugucken (die Wohnheimzimmer sind nunmal so klein, dass man sich abends zum Trinken in der Küche trifft), wo wir dann einige der Hildesheimer, einige Brasilianer (seeeeehr unterhaltsam, sehr laut, sehr wild gestikulierend), 2 Jungs aus Martinique und einen kiffenden Franzosen, der alle nach Hasch und anderem Zeug fragte ("Aaaaaah! Les drogues synthéthiques!!!" bevor er dann total bekloppt aus der Tür und sehr elegant erstmal gegen die der Tür gegenüberliegenden Wand lief...
Von daher werden wir wohl auch in den nächsten Tagen noch reichlich Unterhaltung haben...

Achja, noch ein Link zu einigen Fotos vom Zimmers, von der Nuit des Chimères und von "unterwegs", also in der Stadt : click

2.9.08 16:58


Letzte Kleinigkeiten

So langsam werden die letzten Kleinigkeiten in Angriff genommen. Klamotten sind gepackt, Medikamente zusammengesucht, die Zugverbindung zu Nadine gefunden, eine grobe Lösung für das Gepäck-Problem gefunden und wenn ich heute Abend mit Sandra und Paule im Schaf bin, sind die Verabschiedungen auch alle "durch".

Nadine und ich haben jetzt den Tag unserer Abfahrt nochmal um einen Tag verschoben, das heißt, ich werde am Freitag in Le Mans ankommen. Somit sollte ich im Laufe der ersten September-Woche mein Internet freigeschaltet bekommen und euch erste Neuigkeiten berichten können.

Ich freu mich schon,
macht's alle gut!
26.8.08 14:09


Horrorszenario

Heute Mittag, kurz vor 13 Uhr.
Das Telefon klingelt. "Ja Hallo, hier ist Nadine, es gibt schlechte Neuigkeiten..."

Und was für welche.
Bene, der eigentlich angeboten hatten, einen Teil meines Gepäcks in seinem Auto mitzunehmen, weil abzusehen war, dass Nadine und ich all unseren Kram nicht in ihrem Corsa unterbringen können werden, ist nun 5 Tage vor Abfahrt aufgefallen, dass er doch so viel Zeug mitnehmen wird, dass leider für meine Sachen kein Platz mehr ist.

Und jetzt?
Meine Sachen stehen bei Nadine in Wuppertal, und ich kann zusehen, wie ich die nach Frankreich schaffe.
1 kleine Tasche und einen normalen Rucksack krieg ich wohl bei ihm unter, Nadine nimmt ohnehin meinen Wanderrucksack mit Klamotten mit, vielleicht fährt Katha mit ihrer Mum noch in Wuppertal vorbei, um ein paar Bücher in deren Auto zu packen, wenn die am Montag nach Le Mans fahren..

Und dann hoffen, dass Nadines Eltern dazu bereit sind, den dann noch bleibenden Rest per Post hinterherzuschicken, sobald wir die genaue Adresse für's Wohnheim (inkl. Gebäude und Zimmernummer) kennen...
Sonst steh ich dumm da und kann am Montag nochmal nach Wuppertal fahren, um den Kram wieder zurück zu holen. Klasse.
22.8.08 15:08


Dies & Das

So langsam lohnt es sich schon fast, die Stunden zu zählen, bis ich weg bin.
In einer Woche werde ich schon die erste Nacht im Wohnheim verbringen...

Einige Kleinigkeiten sind im Moment noch zu erledigen, so ist heute z.B. noch die Auslandskrankenkarte gekommen, die Packliste für Klamotten ist geschrieben und fast alle Leute hab ich verabschiedet. Bleiben nur noch morgen Caro und am Dienstag Sandra und Paule..

Achja, für all diejenigen, die mich gefragt haben/ sich immer noch fragen, WO genau es mich hin verschlagen wird, häng ich mal ne kleine Karte mit dran (wer Siegen findet, bekommt... äh. nix. Siegen zu finden sollte Belohnung genug sein )

 

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22.8.08 00:03


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